
Wer das Genre des progressiven Tech Death eine Weile verfolgt hat, weiß, wie schwer es ist, die richtige Balance zu finden: Wie komplex darf ein Song sein, um nicht in seine Einzelteile zu zerfallen? Sich nicht selbst zu zerfasern, sondern zu fokussieren und dann auszuschmücken, muss das Ziel sein – und Obscura wissen genau, wie sie das erreichen. Im Kern ist A VALEDICTION ein brutales Death Metal-Album – das zeigt etwa der Titel-Song eindrucksvoll. Nur, dass es eben noch sehr viel mehr kann. Es raubt einem den Verstand, weil es atemlos voranprescht, drückt einen gnadenlos an die Wand und presst sich gegen die Kehle, um dann loszulassen und so zu tun, als wäre alles ganz harmonisch (‘In Unity’).
🛒 A VALEDICTION bei AmazonAber, ach, die wollen nur spielen? Pah, wie naiv. Denn natürlich bleibt auf A VALEDICTION nichts dem Zufall überlassen. Es wirkt beim ersten Hören wie ein wildes, überschäumendes Album, entpuppt sich dann aber im Detail als absolut punktgenau. Beispiel dafür ist die bestechende Präzision, mit der die Riff-Bohrer in ‘In Adversity’ den Schädel aufbrechen. Das muss man zulassen können: A VALEDICTION ist ein Album, das man spürt, bevor man es versteht.
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