Ian Gillan ONE EYE TO MOROCCO Review

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Nach elfjähriger Solo-Scheiben-Abstinenz kehrt Deep Purple-Sänger Ian Gillan inklusive DREAMCATCHER-Gitarren- und Songwriting-Partner Steve Morris mit orientalischem Teppich-Einfluss im titelgebenden Opener zurück. Und bereits jener Track war die lange Wartezeit wert und beweist, dass der Mann auch in noch so weit entfernten Rock-Bereichen ein absoluter Global Player bleibt.

Etwas klassischer geht es dann jedoch weiter – auch wenn mal ein Saxophon dazu kommt, oder noch mehr die Weltmusik bedient wird. Stimmlich cool und gekonnt wie eh und je, kommt ONE EYE TO MOROCCO einem Befreiungsschlag gleich, der dem Hard Rock-Hörer in Form von Arrangements, Fair-Trade-Sounds und der bewusst poppig-flockigen Inszenierung Calypso-Klänge, klassische Rock’n’Roll-Kaliber oder gar funky-flockige Palmenland-Klänge unterschmuggelt.

Vermutlich für Leute unterhalb der Dreißiger komplett unhörbar, weil a) kein Stück hart; b) kein Stück schnell; und c) kein Stück auch nur ansatzweise zeitgemäß ist, weist dieses Album aber jene Qualitäten auf, die nur Künstler erzielen können, die eben hinter jeden der zuvor genannten Punkte ein fettes ‘Nein’ setzen können, dürfen und wollen.

Sehr cooles Urlaubs-Album – entweder für die Metal-Mittagspause oder den tatsächlichen Rucksacktrip in eine Sandstrand-Welt mit genügend vergnüglichen Hintertüren. Lasst Ian damit ruhig mal rein.

Frank Thiessies

Diese und viele weitere Rezensionen gibt es in der April-Ausgabe des METAL HAMMER.


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