
Mal wieder (fast) alles neu bei den finnischen Doom-Händlern Hooded Menace. An sich ist das noch keine Meldung (schließlich ist das einzig konstante Mitglied seit zehn Jahren ohnehin Bandchef Lasse Pyykkö), aber diesmal ist der Einschnitt gravierender. Vorbei die schöne Zeit des patentiert subsonischen (wenn auch unwilligen) Rülpsgesangs von Pyykkö; jetzt steht Horse Latitudes-Mann Harri Kuokkanen am Mikro – und der klingt um einiges konventioneller.
Er mag der richtige Mann sein, um das Mehr an Melodie auf OSSUARIUM SILHOUETTES UNHALLOWED zu begleiten, aber das ist Geschmackssache. Ansonsten sind die Veränderungen behutsam: clevere kleine Windungen unter den Riffs, plötzlich autark lospolternde Drums, ein unerwartetes Aufbäumen der Lead-Gitarre. Alles äußerst ausgereift und gediegen – auch wenn man das nach 10:32 Minuten Langeweile und Enttäuschung durch den Opener (!) ‘Sempiternel Grotesqueries’ kaum für möglich hält.
Nach dieser ersten Hürde geht es aber steil bergauf beziehungsweise tief hinab in Gruft und Grusel. Speziell ‘In Eerie Deliverance’ und der nuancenreiche, massige Trauermarsch ‘Charnel Reflections’ zeigen Hooded Menace in Bestform. Das kurze Outro ‘Black Moss’ dagegen hätt’s nicht gebraucht – aber vielleicht wollte Pyykkö einfach noch ein Zitronensorbet nach allzu schwerer Mahlzeit.