Enslaved HEIMDAL

Progressive Metal, Nuclear Blast/RTD (7 Songs / VÖ: 3.3.)

5.5/ 7
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Mit Enslaved ist es ein bisschen wie mit Amorphis: Eigentlich weiß man genau, woraus ihre neuesten Songs zusammengebaut sein werden, aber gleich­zeitig haben sie sich solch eine breite Klang- und Stilpalette erarbeitet, dass alles möglich zu sein scheint. HEIMDAL beginnt mit ‘Behind The Mirror’ eher wattig vibrierend, auch wenn Grutle sein bestes Krächzen reinpacken darf. ‘Congelia’ gleitet auf einem komplexen, aber monoton durchgehaltenen Rhythmus dahin und baut mit rastlos fräsenden Gitarren eine andere, ebenso ungewöhnliche Spannung auf. Black Metal ist das bei allem Gebrüll schon lange nicht mehr, auch kein Hit nach irgendeiner gängigen Definition, aber es packt dich mit seinen Krallen …

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‘The Forest Dweller’ bietet eine kleine Verschnaufpause, spart aber auch nicht mit wuse­ligen Prog-Riffs und bietet somit die nächste überraschende Wendung auf dieser Reise. Insgesamt zeigen sich Enslaved mal wieder als eine Band auf der Suche, und das ist bei solch altgedienten Recken eine sehr positive Sache. Schonkost für Enslaved-Fan-Veteranen bieten allenfalls der Titel-Song und ‘The Eternal Sea’ an, ich verlustiere mich aber lieber mit den Abenteuern, die darum herum angezettelt werden– diesmal, im Gegensatz zum Vorgänger UTGARD, geht das auch ohne wüste Techno-Anleihen über die Bühne.


Ganz fassen kann ich HEIMDAL noch immer nicht, spüre aber, dass ich es im Lauf der kommenden Jahre immer wieder auflegen muss und möchte. Enslaved tauchen einerseits noch tiefer in Prog-Sphären ab (‘Forest Dweller’), graben aber auch rasend nach ihren schwarzmetallischen Wurzeln (‘Congelia’) und umschmeicheln mit Melodien wie in ihren frühen 2010ern (‘Kingdom’). Am schönsten kulminiert all das in ‘The Eternal Sea’. Ein Album nicht ohne Herausforderungen, aber viel zu entdecken bei lang anhaltendem Hörspaß. Sebastian Kessler (5,5 Punkte)

HEIMDAL entführt die Hörer erneut in unerforschte Prog-Welten, wobei manch treuer Fan vielleicht dieses Mal nicht mehr mitziehen möchte. Genau das macht diese Band aber nach wie vor so spannend: Ihre Unberechenbarkeit sowie die unermüdliche und dabei fortschrittliche Arbeit an ihrem Klangbild. Sie verzichten auch nicht komplett auf Black Metal-Strukturen und überschwemmen zeitweise mit übergroßen Melodien die Szenerie. Faszinierend, aber ein harter Brocken. Und, überhaupt: Kein Soundcheck-Sieg für HEIMDAL, was ist da los? Petra Schurer (5,5 Punkte)

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