Enforcer FROM BEYOND

Heavy Metal, Nuclear Blast/Warner 10 Songs / VÖ: 27.02.

5.0/ 7
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Mit ihren letzten Werken weckte die 2004 gegründete schwedische Truppe Enforcer die hitzig geführte Diskussion, wie oldschool und von den großen Idolen der achtziger Jahre beeinflusst eine Band heutzutage klingen darf. Ein finales Urteil blieb natürlich aus – die Hauptsache sind und bleiben starke Songs und mit Herzblut geschriebene Musik.

Diese darf man dem vierten Enforcer-Werk FROM BEYOND durchaus attestieren: Treibende Vollgasstücke wie das ballernd-riffende ‘Destroyer’ oder das dynamische ‘Undying Evil’ reißen den Hörer von Beginn an mit und räumen auch ausschweifenden Gitarrensoli Raum ein (‘Below The Slumber’). Hymnische Tracks wie ‘From Beyond’ (mit dreistem ‘Fear Of The Dark’-Beginn) oder ‘Mask Of Red Death’ wecken nicht nur Maiden-, Riot- oder W.A.S.P.-Assoziationen, sondern auch die Nackenmuskulatur. Sänger Olof Wikstrand agiert mittlerweile stimmlich gefestigter und stößt nur noch manchmal in schmerzende Regionen vor (‘One With Fire’, Beginn von ‘Below The Slumber’); insgesamt liefert er jedoch eine passable Leistung ab. Seine Wichtigkeit verdeutlicht spätestens das Instrumental ‘Hungry They Will Come’, das vor lauter musikalischer Referenzen die eigenständige Note – nämlich den hohen, identitätsstiftenden Gesang – vermissen lässt.

Davon abgesehen wirken Enforcer auch im Songwriting fokussierter und gehen nicht mehr so übermotiviert chaotisch zu Werke wie zuletzt, sondern liefern mit FROM ­BEYOND eine knackige Dreiviertelstunde lang feinsten Old School-Metal mit Suchtfaktor ab. Warum auch nicht!


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