Agnostic Front THE AMERICAN DREAM DIED

Hardcore, Nuclear Blast/Warner 16 Songs / VÖ: 03.04.

5.0/ 7
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Der amerikanische Traum ist tot, und Agnostic Front wüten auf seinem Grab. Von metal-lastigen Riffs bis hin zu punkigen Sing­alongs ist THE AMERICAN DREAM DIED ein gelungener Rundumschlag gegen die politischen Führer, im Herzen jedoch immer noch vor allem eines: ehrlicher New York Hardcore, so wütend wie am ersten Tag. Mit 16 Songs in 28 Minuten macht die Band eine klare Ansage: Es wird nicht lange gefackelt. Agnostic Front haben eine Message und keine Hemmungen, diese jedem ins Gesicht zu schreien.

Songs wie ‘Police Violence’ oder ‘No War Fuck You’ sind echte Hochgeschwindigkeits-Hardcore-Punk-Klopper. Metal-Riffs und Soli treten vor allem gen Ende von THE AMERICAN DREAM DIED in den Vordergrund, gleichzeitig zeigen sich die Crossover-Helden mal wieder ordentlich punkig. Von ‘Old New York’ bis hin zum geradezu andächtigen ‘Just Like Yesterday’ zwingen einige Gesangslinien fast schon zum Mitgrölen mit erhobener Faust oder Bierflasche. Die größte ­Hymne des Albums ist unumstritten ‘Never Walk Alone’ mit seinen Gangvocals, „Oh-Oh“- und „Hey-Hey“-Chören. Mit Freddy Cricien (Madball, übrigens auch Produzent der Platte), Toby Morse (H2O) und Lou Koller (Sick Of It All) wurden einige der ganz Großen im Hardcore versammelt, um diesem Song noch mehr Nachdruck zu verleihen. Was für ein Fest!

Man könnte nun kritisieren, dass Roger Miret seine Texte nicht nur bellt wie ein Hund, sondern im Klargesangsbereich mittlerweile auch ein bisschen jault wie einer. Man könnte ebenso bemängeln, dass Textzeilen wie „A wise man once said to me, keep your friends close, stay closer to your enemies“ noch nie originell waren. Aber seien wir mal ehrlich: Agnostic Front haben in über 30 Jahren Band-Geschichte nicht ein Album gemacht, für das sie sich schämen müssten. Und vorliegendes wird trotz Höhen und Tiefen auch kein solches sein. Ihre ­Mission haben die New Yorker allemal erfüllt: Der moralische Verfall der Gesellschaft, nicht nur in den USA, dürfte spätes­tens jetzt jedem klar sein. Oder, wie es auf dem Album so schön heißt: „It’s called the American Dream ­because you have to be asleep to believe it.“


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