Um Jahrzehnte lang gemeinsam in einer Band Erfolge zu feiern, braucht es mitunter einen Schuss Pragmatismus. Dies gab Kiss-Frontmann Paul Stanley kürzlich in der Interview-Reihe „Live From Nerdville With Joe Bonamassa“ zu Protokoll. Dabei sprach der Musiker über seine anhaltende Partnerschaft mit Bassist Gene Simmons.
„Als ich Gene traf, mochte ich ihn nicht besonders“, sagte der Kiss-Gitarrist. „Aber es war auch Pragmatismus dabei. Du musst priorisieren und und herausfinden, was das Wichtigste für dich ist, um dein Ziel zu erreichen. Und ich wusste, dass Gene und ich zusammen viel stärker waren als ich alleine. Ich bin mir nicht sicher, ob er das wusste, aber das wurde irrelevant. Es ging darum: Wie komme ich dahin, wo ich hin will? Wie erreiche ich das, was ich will? Und Gene war essentiell dafür. Und hier sind wir über 50 Jahre später. Es ist verblüffend. Wir haben etwas erschaffen, das uns zu überdauern scheint.“
Unerschütterliche Freundschaft
In einem anderen Interview von 2019 sprach Stanley darüber, wie sich seinen Memoiren ‘Face The Music: A Life Exposed’ auf die Beziehung zu seinem Kiss-Kollegen ausgewirkt haben. „Mit der Zeit sind wir uns nur näher und näher gekommen, was fantastisch ist. Ich habe Dinge, in dem Buch gesagt, die ich als wahr empfand. Und ich stehe zu dem, was ich gesagt habe. Doch das macht nicht zunichte, dass er im großen Ganzen ein toller Partner war.
Er ist ein Bruder und gehört zur Familie. Sicherlich waren da Dinge, über die ich im Buch geschrieben habe, die nicht mehr wahr sind. Aber für mich waren sie das an einem gewissen Punkt. […] Und ich habe wirklich nichts gesagt, um jemanden zu verletzen. Und ich wollte niemanden den Wölfen zum Fraß vorwerfen. Es gab ein paar Leute, die sich vor die Wölfe gelegt haben. Ich musste sie nicht werfen. Ich denke, Gene hat immer respektiert, dass ich meine eigene Sichtweise habe. Und nochmal: Ich könnte ihm nicht näher sein, als ich es jetzt bin.“