Die 100 besten Metal- und Hard Rock-Alben laut Rolling Stone: Zweiter Teil online
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1 von 1367. Led Zeppelin: "Led Zeppelin" (1969) Per definitionem noch dem Blues-Rock zurechenbar, vereinte Led Zeppelins Debüt bereits prototypische Elemente der noch namenlosen Gattungen Hardrock und Heavy Metal. Das dynamische Kräftemessen von Robert Plants durchdringendem Organ, Jimmy Pages Gitarrenvirtuosität und nicht zuletzt John Bonhams rhythmischer Schlagkraft machten Songs wie „Dazed And Confused“ zu Leitsätzen.
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2 von 1366. Helloween: "Keeper Of The Sevem Keys Part 1" (1987) Michael Kiske löste Kai Hansen am Mikro ab, und mit ihm transformierte sich der auch schon eingängige Thrash des Vorgängers „Walls Of Jericho“ zu teutonischem Power-Metal, der dann zu einer Marke wurde und viele Nachahmer fand. „Keeper Part 1“ war die Keimzelle. Nie wieder gab es so viele hübsche Kindermelodien auf einem Metal-Album. Vielleicht noch auf „Part 2“.
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3 von 1365. Anthrax: "Among The Living" (1987) Der Durchbruch der Thrash-Metal-Band, nicht zuletzt wegen des Smashers „Indians“, wenn auch nie ganz unumstritten. Immer wieder wurden Monotonie-Vorwürfe laut. Beeindruckend bleibt das dichte Zusammenspiel der Rhythmusgitarren mit Charlie Benantes Geprügel, das auch die 32tel noch voll auf den Punkt bringt, und Belladonnas originäres, immer einen Halbton am Schönklang vorbeischrammendes Shouting.
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4 von 1364. AC/DC: "High Voltage" (1976) Erste Veröffentlichung auf dem internationalen Markt mit „Live Wire“, dem Party-Abkocher „T.N.T.“ und Dudelsack auf „It’s A Long Way To The Top“. Versauter Rock’n’Roll, so illusionslos und ohne Gimmicks, dass er sich eine Zeitlang sogar unter dem temporär erfolgverheißenden Rubrum Punk verkaufen ließ. Bon Scott klingt mehr denn je wie eine Vorstadtgöre, die zu schnell erwachsen werden musste.
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5 von 1363. Mötley Crüe: "Shout At The Devil" (1983) Der Durchbruch für die vier aus L.A., zwei Jahre nach dem Debüt „Too Fast For Love“. Mit dem Teufel hatten sie nicht viel am Hut, um Todsünden ging es allerdings schon – ihre Spielart hieß ja wenn nicht Glam-, dann Sleaze-Metal. Pentagramm und Kriegsbemalung sollten provozieren, doch die Musik hätte gereicht: Vince Neil sang Nikki Sixx’ wüste Rocksongs mit enormer Kraft, Tommy Lee trommelte wie ein Wilder.
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6 von 1362. Nine Inch Nails: "The Downward Spiral" (1994) Aus der selbstmörderischen Abwärtsspirale, die Trent Reznor als genresprengendes Konzeptalbum entwarf, gibt es kein Entrinnen. „Closer“ oder „Hurt“ werden verstörende Hits, „March Of The Pigs“ hingegen bleibt inkommensurabel. Eine dramaturgisch ausgefeilte Platte der Extreme – zwischen Schreien und Flüstern, Krach und Wohlklang, Gewalt und Zärtlichkeit.
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7 von 1361. Mercyful Fate: "Melissa" (1983) Mercyful Fate gaben dem Proto-Black-Metal, was Venom wegen ihrer manuellen Benachteiligung nicht besaßen: Dynamik, Punktgenauigkeit, Komplexität und filigrane Gitarren, die noch dazu mit einer traumwandlerischen Melodiesicherheit aufwarten konnten. Sänger King Diamond, durchaus gewöhnungsbedürftig zwischen Eierschneiderfalsett und traditionellem Shouting pendelnd, legte sogar schon sakrale Schminke auf.
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8 von 1360. Aerosmith: "Pump" (1989) Nach dem Comeback mit dem poppigeren „Permanent Vacation“ legte man noch einen drauf. Oder zwei: Bläsersektion und glitzernd-bluesigen Hardrock! Augenzwinkernde Abenteuer („Love In An Elevator“), atypische Tabubrüche wie die Missbrauchs- und Mörderballade „Janie’s Got A Gun“ oder gar ein Anflug von Country („What It Takes“) zeigen Aerosmith auf ihrem letzten kreativen Höhenflug.
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9 von 1359. Rainbow: "Long Live Rock'N'Roll" (1978) Das dritte Album von Rainbow ist nicht so spektakulär wie „Rising“ – dort ging es um einen magischen Moment, hier um die Konsolidierung des Errungenen. Blackmore schreibt famose Hardrock-Riffs und streut orientalische Melodien ein, Dio gibt den düsteren Zeremonienmeister. Obschon also durchsichtiger, ist „Long Live ...“ nicht weniger fabelhaft.
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10 von 1358. Alice Cooper: "School's Out" (1972) Mit dem Titelstück, das neben Pink Floyds „Another Brick In The Wall, Part 2“ zur ewigen Abi-Abschluss-Hymne werden sollte, gelang Cooper seine griffigste Nummer. Die übrigen Songs changieren im progressiveren Bereich zwischen Bernsteins Broadway, Vaudeville und Jazz. Weniger Hard- oder Glamrock, sondern Coming Of Age als cleveres Konzeptalbum zwischen Highschool und Horrorshow. Chapeau.
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11 von 1357. Megadeth: "Rust In Peace" (1990) Fiese Riffs, nihilistische Texte: Die Musik von David Mustaine ist von Bitterkeit und bösem Zynismus durchzogen. Auf diesem Werk zeigt der ehemalige Metallica-Gitarrist – erstmals unterstützt von dem Gitarrenvirtuosen Marty Friedman –, was er kann. Wütender Thrash-Metal, technisch außerordentlich versiert und harmonisch wie strukturell komplex: Take this, James Hetfield! Die Rache eines Verstoßenen.
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12 von 1356. Sepultura: "Roots" (1996) Die brasilianische Band besinnt sich auf ihre Herkunft, arbeitet mit einheimischen Percussionisten, integriert Folklore-Rhythmen und schlägt sich in die Büsche, um die Gesänge und Tribal-Drums der Xavante-Indianer aufzunehmen. Aber auch der ureigentliche Metal geht hier zurück zu den Wurzeln, zum Zwei-Riff-Hardcore. Textlich ein politischer Schulterschluss der Metalheads mit den Indigenas.
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13 von 1383. Black Sabbath: "Vol. 4" (1972) Dominierte auf dem Marihuana-schwangeren Vorgänger noch schleppende Langsamkeit, ist das vierte Album stärker von umtriebiger Experimentierfreude geprägt. „Snowblind“ sollte es ursprünglich heißen, so stetig schneite es seinerzeit im kalifornischen Studio. Neben gewohnter Riff-Stärke („Supernaut“) ziehen der progressivere Ansatz sowie die Piano-Ballade „Changes“ neue, spannende Saiten auf.
Die Kollegen vom deutschen Rolling Stone haben eine Liste der 100 besten Metal- und Hard Rock-Alben zusamengestellt. In der Expertenjury dazu saßen neben Musikern und Promotern auch METAL HAMMER-Autoren.
Einen weiteren Teil des Ergebnisses könnt ihr jetzt auf rollingstone.de sehen: Jetzt werden die Alben von Platz 67 – 34 verraten!
Einen Eindruck von der Liste erhaltet ihr oben in unserer Galerie. Weiterlesen könnt ihr direkt auf rollingstone.de.
Die Plätze 100-68 der besten Metal- und Hard Rock-Alben stehen bereits seit längerer Zeit online.
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