Arch Enemy: Wandel und Konstanten

von
teilen
mailen
teilen

Das komplette Interview mit Arch Enemy findet ihr in der METAL HAMMER-Aprilausgabe 2025, erhältlich am Kiosk oder indem ihr das Heft bequem nach Hause bestellt. Noch einfacher und günstiger geht’s im Abo!

Über drei Dekaden später machen der Gründungsgitarrist Michael Amott und der 1996 eingestiegene Schlagzeuger Daniel Erlandsson noch immer gemeinsame Sache, auch wenn sich ihre Band im Lauf der Zeit merklich verändert hat. Die größten Umbrüche stellten offenkundig die Wechsel am Gesang dar – von Johan Liiva (1995-2000) über Angela Gossow (2000-2014) bis hin zu Alissa White-Gluz, die seit 2014 an vorderster Front wütet und singt. Wirkte es in den letzten Jahren noch so, als sei in Arch Enemys Line-up Ruhe eingekehrt, überraschte 2024 der Split mit Gitarrist Jeff Loomis, der sich auf die wiederkehrenden Nevermore konzentrieren will. Dass in den Bonustracks des neuen Werks noch einige Spuren von ihm auftauchen, erklärt sich mit Überhängen vom letzten Album, für das es (aufgrund der COVID-Zeit) zu viel Material gab.

Gefühl und handwerkliche Fähigkeiten

Amott betont, dem ehemaligen Mitstreiter weiterhin freundschaftlich verbunden zu sein, verliert aber auch viele positive Worte über dessen Nachfolger, den 34-jährigen Joey Concepcion. „Er studierte bei meinem Bruder, der ein Originalmitglied von Arch Enemy ist und heute in Amerika lebt. Er lernte Joey in New York als Gitarrenschüler kennen, die beiden spielten in einer Band zusammen (Armageddon, siehe METAL HAMMER 03/2015 – Anm.d.A.)“, erklärt der Gitarrist die Entstehung des Kontakts, der bereits 2018 zu einem kurzen Live-Gastspiel Concepcions bei Arch Enemy führte.

„Er hat weder ein großes Ego noch eine sonderlich schwierige Persönlichkeit. Außerdem kann er die Songs spielen, worum es in der Hauptsache geht: Man benötigt das Gefühl und die handwerklichen Fähigkeiten dafür, sollte aber auch gut mit uns auskommen. Wir mögen eine entspannte Atmosphäre, keinen Stress. Niemand sollte mit einer eigenen Agenda ankommen, die Parameter stehen fest: Wir wissen, was wir tun und wie wir es tun. Wir brauchen jemanden, der dazu passt.“

Momente emotionaler Schönheit

Empfehlungen der Redaktion
Arch Enemy: Michael Amott spricht über Joey Concepcion
Der Wandel an der zweiten Gitarre mag in Sachen Bühnenpräsenz auffallen, eine Rolle für das Songwriting spielt er allerdings nicht – schließlich kam Loomis in dieser Hinsicht die (auf Dauer wohl ziemlich undankbare) Rolle des wenig beteiligten Zuschauers zu: Der kreative Prozess obliegt in der momentanen Schaffensphase hauptsächlich Amott und Erlandsson, die dafür noch immer in einem Raum zusammenkommen und die mit ihren Smartphones aufgenommenen Ideen zu Demos ausarbeiten. Die Musik kommt dabei stets vor den Texten. In den letzten zehn Jahren habe sich nicht viel an diesem Prozedere geändert, sagt Amott, und stellt insbesondere zur Arbeit mit seinem Bruder Christopher in der Frühphase der Band einen Kontrast her.

Musikalisch fällt BLOOD DYNASTY ziemlich unterschiedlich aus: Oft genug wütet die Band hart, brutal und aggressiv, dann wieder umgarnen Momente emotionaler Schönheit. Den Gründer fasziniert es stets aufs Neue, aus nichts Musik zu erschaffen. „Manchmal haben wir gar keine Ideen in petto, wenn wir uns treffen. Doch selbst dann setzen wir uns gemeinsam hin, und abends ist meist etwas entstanden. Bei uns gibt es viele Diskussionen über Musik, wir sprechen gerne und oft darüber, sei es beim Kaffeetrinken oder gemeinsamen Essen.

Den Rahmen sprengen

Empfehlungen der Redaktion
Album des Monats 04/2025: Arch Enemy BLOOD DYNASTY
Dabei kommt immer wieder zur Sprache, was wir auf dem letzten Album angestellt haben. Ich glaube, wir reagieren musikalisch oft darauf, was wir direkt davor gemacht haben. Wir haben über Jahre hinweg einen bestimmten Stil etabliert. Daher müssen wir uns nicht an neuer Musik orientieren, sondern folgen einfach dem, wofür wir stehen.“ Stücke wie ‘Illuminate The Path’ oder ‘Don’t Look Down’ warten dementsprechend mit typischem Arch Enemy-Riffing auf und verbreiten ein wohlig vertrautes Gefühl.

Erlandsson pflichtet seinem Kollegen bei, fügt jedoch hinzu, sich beim kreativen Prozess trotzdem frei zu fühlen. „Der stilistische Grundrahmen mag feststehen, aber wir können trotzdem aus einem ziemlich breiten Spektrum der Inspiration schöpfen. Wenn wir neue Einflüsse hören, die uns in gewisser Weise herausfordern, fragen wir uns, ob wir uns damit wohlfühlen.“„Manchmal hören wir eines unserer Demos und diskutieren, ob wir damit wohl unseren eigenen Rahmen sprengen. 

„So etwas haben wir noch nie gemacht.“

Doch es stammt von uns, und wenn wir es gemeinsam spielen, klingt es auf einmal doch nach Arch Enemy“, lacht der Gitarrist. „Dies ist unser zwölftes Album, und wir haben schon vieles ausprobiert. Wir wollen uns nicht zu stark wiederholen, deshalb flechten wir in unseren typischen Klang einige Details ein. Diesmal ist das zum Beispiel ein Stück, in dem Alissa auf Französisch singt. So etwas haben wir noch nie gemacht. Ich weiß, dass die Leute darüber reden werden.“

Ausführliche Interviews mit sämtlichen Band-Mitgliedern zum neuen Arch Enemy-Album BLOOD DYNASTY lest ihr in der METAL HAMMER-Aprilausgabe 2025, erhältlich am Kiosk oder indem ihr das Heft bequem nach Hause bestellt. Noch einfacher und günstiger geht’s im Abo!

***
Keine METAL HAMMER-Ausgabe verpassen, aber nicht zum Kiosk müssen: 3 Hefte zum Sonderpreis im Spezial-Abo für nur 9,95 €: www.musik-magazine.de/metal-hammer

Ladet euch die aktuelle Ausgabe ganz einfach als PDF herunter: www.metal-hammer.de/epaper

Du willst METAL HAMMER lesen, aber kein Abo abschließen? Kein Problem! Die aktuelle Ausgabe portofrei nach Hause bestellen: www.musik-magazine.de/metal-hammer-kat/shop
***

Bestens informiert über dieses und alle weiteren wichtigen Themen im Metal bleibt ihr außerdem mit unserem Newsletter. Einmal pro Woche flattert euch übersichtlich sortiert ein Update ins Postfach. Einfach anmelden, damit euch auch sicher nichts entgeht.

teilen
mailen
teilen
Nevermore werden größer als jemals zuvor, sagt Jeff Loomis

Der ehemalige Arch Enemy-Gitarrist Jeff Loomis und Schlagzeuger Van Williams wollen bekanntlich ihre alte Band Nevermore wiederaufleben lassen. Hierfür müssen die beiden Metaller zum einen den 2017 verstorbenen Frontmann Warrel Dane sowie Bassist Jim Sheppard ersetzen. Wenn das passiert ist, wird die Formation "größer und besser" werden "als jemals zuvor", ist sich Loomis sicher. Härter, schneller, besser, stärker Im Gespräch mit mit Metal Magnitude auf der weltweit größten Musikmesse NAMM in Los Angeles führte Jeff über die Wiedervereinigung von Nevermore aus: "Ein paar unglaubliche Sachen kommen auf. Die letzten zehn Jahre mit Arch Enemy waren gewaltig. Ich war Teil ihrer Band. Und…
Weiterlesen
Zur Startseite