Black Sabbath 13

Doom Metal, Vertigo/Universal 8 Songs/VÖ: 07.06.2013

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Foto: Black Sabbath

Das neue Black Sabbath-Album, das erste seit Ewigkeiten. Die Erwartungshaltung ist unbeschreiblich hoch, die Nervosität am Anschlag. Doch die Metal-Urväter stimmen gleich mit den ersten Takten von 13 versöhnlich. Geezer Butler legt das Groove-Parkett meisterhaft, Tony Iommi kitzelt die Riffs aus der Sechssaitigen, Ozzy singt, als hätten wir 1970, und selbst die Befürchtung, dass Rage Against The Machine-Drummer Brad Wilk diese Reunion-Platte versauen könnte, bestätigt sich nicht. Er kann gefühlvoll wie auch klassisch rockend trommeln, sodass man den leider entlassenen Bill Ward nach kurzer Zeit nur noch aus nostalgischen Gründen vermisst.

Nach den ersten beiden Songs ‘End Of The Beginning’ und ‘God Is Dead’ sowie geschlagenen 17 Minuten muss man erst mal durchatmen, denn so richtig kapiert man nicht, was hier gerade passiert. Die alten Helden führen die kompletten Retro-Classic-Rock-Nachwuchsschüler vor und verweisen sie ins Abseits. Selbst in stillen Momenten wie dem akustikdurchdrungenen Kunst-Epos ‘Zeitgeist’, das nahtlos an ‘Planet Caravan’ von 1971 anknüpft, oder dem epischen Rocker ‘Age Of Reason’ schaffen Black Sabbath, was andere Bands ihres Alters längst verloren haben: Atmosphäre.

Neben Ozzys Gesang, der so gut und natürlich klingt wie schon lange nicht mehr, sind es vor allem die Texte, welche, simpel wie sie sind, aus dem Munde des finsteren Fürsten eine ganz andere Tragweite erhalten, als wenn ein Mittzwanziger sie singen würde. 13 ist definitiv nichts für den schnellen Hörer, denn dieses Album braucht Zeit, weil es so vielschichtig ist und mit richtigen Songs glänzt anstatt 3:30-Minuten-Format-Rocker auszuspucken. Als in der finalen Sekunde die gesampelte Kirchenglocke aus ‘Black Sabbath’ erklingt, weiß man, dass die alten Männer mit einem Lachen auf den Lippen und beeindruckender Leichtigkeit soeben eines der Alben des Jahres abgeliefert haben. Kniefall.


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