
Wenn es die Muppet Show nicht schon geben würde – Queensrÿche müssten sich ausstopfen lassen und als Handpuppen bewerben. Das Gezeter zwischen Geoff Tate und seinen ehemaligen Kollegen erinnert eher an einen Hausfrauenstreit als den Dialog erwachsener Rocker. Nun existieren laut Gerichtsurteil bis September 2013 eben zwei Versionen von Queensrÿche. Geoff Tate wagt sich als erster der Kontrahenten aus der Deckung und veröffentlicht mit FREQUENCY UNKNOWN das erste Album nach dem Zickendrama.
Schon gleich zu Beginn wird klar, wo die Diskrepanzen zwischen dem Sänger und seinen Ex-Musikern lagen: Tate widmet sich gern modernen, abgehackten Rhythmen und Riffs, die so gar nicht in den klassischen Band-Kanon passen – was sie zunächst per se nicht schlecht macht. Mau (und im schlimmsten Falle mies) wird das Ganze aber, wenn es komplett uninspirierte Übergänge, inhaltsleeres Geschredder und nichtssagende Gesangspassagen hagelt. Mit Ausnahme der beiden großartigen Lieder ‘In The Hands Of God’ und ‘Life Without You’ sowie dem mittelprächtigen Opener ‘Cold’ erreicht kein Lied die emotionale Tiefe der großen Queensrÿche-Alben.
Dass Tate vier neu aufgenommene Versionen von Band-Klassikern (unter anderem ‘Empire’, ‘I Don’t Believe In Love’) veröffentlicht, erweist sich als Schuss, der rektal losgeht: Gegen diese Lieder stinkt das Material von FREQUENCY UNKNOWN in allen Bereichen ab: atmosphärisch, musikalisch, kreativ. Letztlich wird einem nämlich klar, dass es bei Queensrÿche gar nicht darum geht, wer am Mikro steht, sondern ob Chris DeGarmo (1998 ausgestiegen) Gitarre spielt. Und das ist eigentlich schon wieder witzig.
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